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Einführung zur Leitfähigkeit im Aquarium

Was ist die Leitfähigkeit?

 

Genau wie andere Materialien leitet auch das Wasser den elektrischen Strom. In „normalem“ Leitungswasser, aber auch in unserem Trinkwasser sind unterschiedlich viele Salze und Mineralien gelöst. 

Umso weniger Salze und Mineralien im Wasser enthalten sind, desto schlechter leitet es den Strom. Die Leitfähigkeit sinkt. 

Anders herum steigt die Leitfähigkeit des Wassers, wenn viele Salze enthalten sind oder sogar hinzugegeben werden. 

Die Schwierigkeit besteht darin, dass aus der Leitfähigkeit alleine nicht auf die Qualität des Wassers geschlossen werden kann. Es fehlt das Wissen darüber, welche Stoffe genau im Wasser gelöst sind. 

 

Womit wird sie gemessen?

 

Die Leitfähigkeit wird mit einem sogenannten „EC Messgerät“ gemessen. „EC“ steht für „electrical conductivity“ - also die elektrische Leitfähigkeit. 

In der Aquaristik wird meistens die Maßeinheit µS/cm (Mikrosiemens pro Zentimeter) verwendet. 

Leitfähigkeitsmessgeräte besitzen meist zwei Elektroden mit fest definierter Größe und Abstand. Wird nun an diesen Elektroden ein Wechselstrom angelegt, kann der Widerstand der Flüssigkeit zwischen den Elektroden gemessen werden. Dieser wird dann in die Leitfähigkeit in µS/cm umgerechnet. 

Häufig wird auch der TDS-Wert in Zusammenhang mit der Leitfähigkeit genannt. 

 

Exkurs TDS („Total Dissolved Solids“): Der TDS-Wert gibt die Menge der gelösten Stoffe im Wasser in ppm („Parts per Million“) an. 

Genau gesagt ist der einzige Weg, den TDS Wert zu bestimmen, das Wasser welches man messen möchte, verdampfen zu lassen und den festen Rückstand zu wiegen. 

Diese Prozedur ist für den durchschnittlichen Haushalt deutlich zu aufwändig. Aus diesem Grund gibt es eine zweite Methode: Die Annäherung über die Leitfähigkeit.

Aus der elektrischen Leitfähigkeit lässt sich die Menge der gelösten Feststoffe im Wasser erschließen - der TDS-Wert.

 

Warum ist die Leitfähigkeit in der Aquaristik wichtig?

 

Der große Vorteil der Leitfähigkeitsmessung ist, dass dazu keine komplizierten Tröpfchen- oder Streifentests durchgeführt werden müssen. Zur Messung muss nur das Leitfähigkeitsmessgerät in das zu messende Wasser gehalten werden und schon kann der EC-Wert abgelesen werden. 

In diesem Abschnitt werden wir die gängigsten Einsatzgebiete für die Leitfähigkeitsmessung in der Aquaristik vorstellen:

 

Kontrolle des Vollentsalzers oder der Osmoseanlage:

 

Wenn die Harze des Vollentsalzers erschöpft sind, steigt die Leitfähigkeit des Wassers an. Dies ist ein Indikator, dass ein Wechsel oder die Regenerierung der Harze von Nöten ist. Ähnlich bei der Osmoseanlage: Wenn die Membran nicht mehr richtig funktioniert, steigt die Leitfähigkeit an. Ab einem bestimmten Punkt sollte die Membran dann ausgetauscht werden.

 

Indikator für Wasserwechsel:

 

Wenn die Leitfähigkeit des Ausgangswassers bekannt ist, lässt sich durch eine kurze Messung direkt erfahren, ob ein Wasserwechsel nötig ist. 

In der Praxis ist dieser Indikator zwar nicht uneingeschränkt einsetzbar, da einige Faktoren wie Futter und Dünger die Leitfähigkeit zwar steigen lassen, andere Faktoren wie Pflanzen durch ihren Nährstoffverbrauch die Leitfähigkeit eher sinken lassen.

Trotzdem ist eine Leitfähigkeitsmessung ein guter Indikator für den Wasserwechsel und bei 10-20% Überschreitung des Ausgangswertes von Frischwasser sollte über einen Wasserwechsel nachgedacht werden.

 

Prüfen, ob ein bestimmtes Wasser für die Aquaristik geeignet ist: 

 

Besonders bei Wasser aus der Natur lässt sich dank des Leitfähigkeitsmessers relativ schnell die Eignung für die Aquaristik bestimmen. 

  

Das Fallen der Leitfähigkeit:

 

In den meisten Aquarien steigt mit der Zeit die Leitfähigkeit durch Futter- und Düngerzugabe. 

Apfelschnecken beispielsweise verbrauchen für ihr Gehäuse Kalzium. 

Durch den Kalziumabbau im Aquarium sinkt auf die Leitfähigkeit, was früher oder später zu Problemen führt. 

In diesem Fall muss das Wasser gewechselt werden, um die fehlenden Mineralien wieder zuzuführen und die Leitfähigkeit wieder ansteigen zu lassen.

 

Leitwert oder Leitfähigkeit:

 

Auch wenn es bei Verwendung des Begriffs „Leitwert“ für gewöhnlich nicht zu Verständnisproblemen kommen wird: Korrekterweise heißt der „Leitwert“, „Leitfähigkeit“.

Beide Begriffe sind in der Aquaristik allerdings so stark verbreitet, dass normalerweise jeder weiss, was gemeint ist. 

 

Zusammenfassung:

 

Wir hoffen, dass der Artikel hilfreich war. Neben den von uns genannten Beispielen zur Verwendung der Leitfähigkeitsmessung gibt es noch zahlreiche andere Anwendungsbereiche in der Aquaristik. Sollte Ihnen ein besonders wichtiger Anwendungsbereich fehlen, ergänzen Sie diesen doch gerne in den Kommentaren. 

 

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